Anzeichen für ein gesundes Pferd
Wenn Sie morgens in den Stall kommen und Ihr Pferd begrüßt Sie mit klaren Augen, aufmerksam aufgestellten Ohren und gutem Appetit auf sein Frühstück, dann haben Sie wahrscheinlich ein kerngesundes Pferd. Auch mit einem Pferd, das vergnügt mit aufgestelltem Schweif und erhobenem Kopf über die Weide trabt und galoppiert ist wahrscheinlich alles in Ordnung.
Ein gesundes Pferd hat ein glattes, glänzendes Fell, klare, aufmerksame Augen, ein lebhaftes Ohrenspiel und saubere, trockene Nüstern. Seine Beine sind klar und kalt, das Hufhorn glatt, hart und glänzend.
Andere Anzeichen für körperliches und seelisches Wohlbefinden sind nicht so offensichtlich. Gut durchblutete Schleimhäute erkennt man z.B. erst, wenn man dem Pferd ins Maul oder in die Augen schaut. Der Ruhepuls des gesunden Pferdes liegt zwischen 32 und 48 Schlägen pro Minute, bei Ponys oft etwas niedriger. Die Atmung in Ruhe sollte bei 6 - 18 Atemzügen pro Minute liegen.
Die normale Körpertemperatur zwischen 37,5 und 38,2 Grad C.
Diese Daten sollte jeder Pferdebesitzer im Kopf haben, so daß er fähig ist, auffällige Abweichungen zu erkennen und dem Tierarzt mitzuteilen. Den Puls eines Pferdes nimmt man am besten mittels eines Stethoskops, links direkt unter dem Ellenbogen. Der Doppelschlag, den Sie hören, gilt als ein Schlag. Sie können den Puls auch mit den Fingern ertasten, am besten an er großen Vene, die unterhalb des Backenknochens verläuft. Wenn Sie Ausdauertraining mit Ihrem Pferd betreiben, ist regelmäßige Pulsmessung ein gutes Mittel zur Kontrolle des Trainingserfolgs. Man unterscheidet dabei Ruhewerte (vor dem Training), Laufwerte (direkt nach dem Training) und Erholungswerte (10 Minuten nach dem Training). Die Differenz zwischen Lauf- und Erholungswerten sagt über die Fitneß des Pferdes am meisten aus. Je schneller das Pferd den Ruhewert wieder erreicht, desto besser ist es trainiert. Das sollte mach spätestens 30 Minuten der Fall sein. Gute Distanzpferde schaffen es aber leicht in 10 - 15 Minuten.
Die Atemwerte nimmt man, indem man die Atembewegungen der Flanken beobachtet oder indem man die flache Hand vor die Nüstern des Pferdes hält und die Atemzüge zählt. Fieber gemessen wird im After des Pferdes. Man macht das Thermometer mit etwas Wasser oder Spucke gleitfähig und führt es vorsichtig ein.
Stellen Sie sich dabei neben, nicht hinter das Pferd, damit Sie im Falle eines Erschreckens nicht getreten werden. Das Thermometer wird nun entweder festgehalten, bis die Messung beendet ist, oder Sie befestigen ein Bändchen am Thermometer, das Sie am anderen Ende mit einer Wäscheklammer versehen. Dann können Sie es am Schweif befestigen und es besteht nicht die Gefahr, daß es zu Boden fällt oder in den Darm eingesogen wird.
Üben Sie am besten die Ermittlung der wichtigsten Werte gelegentlich, damit Sie im Ernstfall keine Probleme damit haben.
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